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Goethe-Parodien in der Stadtbücherei

Zum Ausklang des Goethe-Jahres näherte sich der Förderverein der Stadtbücherei Erftstadt dem großen deutschen Dichter noch einmal in heiterer Weise. In einer Neuauflage seiner beliebten Literaturfeste hatte der Förderverein unter seinem Vorsitzenden Helmut Jaskolski mit einem einfallsreichen und bunt gemischten Programm zu seiner herbstlichen "Goethe-Party" eingeladen. Drangvolle Enge und hohe Temperaturen in den kleinen Räumen der Lechenicher Bücherei taten dabei der Bestlaune des applaudierfreudigen Publikums keinen Abbruch. Die Originaltexte aus Goethes "Faust" und wohl bekannte Balladen wie den "Zauberlehrling" oder "Erlkönig" flüsterte so manche Zuhörerin leise ergriffen mit, wogegen die von Abiturienten des nahen Gymnasiums und von Mitgliedern des Förderkreises virtuos vorgetragenen frechen Parodien von Plenzdorf, Kästner oder Brecht, von Heinz Erhardt oder Ulrich Harbecke immer neue Stürme der Heiterkeit auslösten. Für die notwendigen Atempausen sorgte Hanna Jaskolski, die mit Cembaloklängen und Zwischenmusiken von Mozart und Bach verzauberte. Goethe-inspirierte Köstlichkeiten wie Frankfurter Würstchen und Kartoffelsuppe, fränkischer Wein, "Werthers Echte" und ein eigens für diesen Anlass kreierter Cocktail namens "Gretchens Kuss" dienten in der Pause der handfesten Stärkung.

Höhepunkt des Abends:
Fünf der Teilnehmer am Wettbewerb des Fördervereins um die beste Goethe-Parodie wurden für ihre originellen Texte ausgezeichnet und mit Buch- und CD-Preisen belohnt. Der erste Preis ging an einen jungen Mann aus Bergheim, der sich als "Faust 99" über die neue deutsche Rechtschreibung beklagte. Beim Abschied schließlich bewegte die gutgelaunten Besucher dann nur noch eine Frage: "Und welchen Schriftsteller feiern wir als Nächsten?"

Andrea Stehle-Raumann 
12. Oktober 1999