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Remarque, Erich Maria (eig. E. Paul Remark)

*22.6.1898 Osnabrück, †25.9.1970 Locarno.

Erich Maria Remarque Der Sohn eines Buchbinders besuchte das Lehrerseminar und kam 1916 von der Schulbank an die Front. Er war nach dem 1.Weltkrieg Junglehrer und lange Zeit Sportjournalist. 1929 wurde er über Nacht durch seinen - bereits 1930 verfilmten - Roman "Im Westen nichts Neues" weltberühmt. Die "Vossische Zeitung" brachte 1928 Vorabdrucke, und innerhalb von 18 Monaten wurde eine Auflage von 3,5 Millionen erreicht. Der Roman war sofort Gegenstand erbitterter politischer Auseinandersetzungen. Für die einen war es die nüchterne, ehrliche Beschreibung des Kriegswahnsinns, für die anderen ein bewußtes Anti-Kriegsbuch, eine Beleidigung der Frontsoldaten. Die Geschichte vom Leben und Sterben des 19jährigen Paul Bäumer und seiner Kameraden muß als bewußte Anklage gegen den Krieg verstanden werden. Die Figur des Unteroffiziers Himmelstoß wurde zur Symbolgestalt für sinnlosen Drill.

1933 haben die Nazis die Bücher von R. öffentlich verbrannt. Er hatte aber schon 1929 Deutschland verlassen, lebte ab 1931 in Ascona und siedelte 1939 nach New York über, wo er die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm. Nach 1945 in New York und der Schweiz lebend. - Mit dem amerikanischen Bestseller Arc de Triomphe erzielte R. seinen zweiten Welterfolg. Der Emigranten-Roman spielt in Paris in den Jahren 1938/39. Ein deutscher Frauenarzt, aus der Gestapo-Haft geflüchtet, schlägt sich in Paris durch, trifft zufällig auf einem Boulevard seinen Peiniger aus dem KZ und ermordet ihn. Die später geschriebenen Romane R.s haben den 2.Weltkrieg als Thema. Hier fehlte R. freilich die Möglichkeit, aus den eigenen Erfahrungen zu schöpfen.

Remarques Lebensmotto lautete: "Unabhängigkeit - Toleranz - Humor"

- 1963 J.-Möser-Medaille Osnabrück, 1967 Gr. Bundesverdienstkreuz, 1968 Ehrenbürger von Ascona. Korrespondierendes Mitglied der Dt. Akademie f. Sprache und Dichtkunst.

Werke:
Romane: Die Traumbude, 1920; Im Westen nichts Neues, 29 (Film 30); Der Weg zurück, 31 (Film 37); Three Comrades, 37 (dt. Drei Kameraden, 38; Film 38); Flotsam (dt. Liebe deinen Nächsten, 41, auch als: Strandgut, 41; Film 40); Arch of Triumph, 45 (dt. Arc de Triomphe, 46; Film 48); Der Funke Leben, 52; Zeit zu leben und Zeit zu sterben, 54 (Film 58); Der schwarze Obelisk, 56; Der Himmel kennt keine Günstlinge, 61; Die Nacht von Lissabon, 61 (Film 71); Schatten im Paradies, 71; Der Feind, 93. - Dramen, Drehbücher: The Last Ten Days (mit F. Habeck), 55 (Drehb.); Die letzte Station, 56; Drei Kameraden, 60.


Literaturnachweis:

Brauneck, Manfred: Autorenlexikon. Deutschsprachige Literatur des 20. Jahrhunderts für alle ambitionierten Bücherfreunde, Schüler und Studenten.

Rororo. Systhema Doppelklick CD ROM, 1996.

Fotonachweis:

Erich Maria Remarque in Davos. Bundesarchiv Koblenz Nr. 102-10867.


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