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Textbezogene Materialien zum 1.Weltkrieg

LKWs im Kriegseinsatz

Stahlhelm

Wettlauf zum Kanal

Vom Angriffs-, zum Stellungskrieg

Angriff der Franzosen

Von der Schulbank in den Tod

LKWs im Kriegseinsatz

LKWs im Kriegseinsatz

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges zogen alle beteiligten Armeen noch mit Pferd und Wagen ins Feld: Die Artillerie spannte vier bis sechs Pferde vor ihre Feldgeschütze, und der ganze Troß war mit hölzernen, zweiachsigen Pferde-Feldwagen in endlosen Kolonnen unterwegs. Truppentransporte und großer Nachschub wurden mit der Eisenbahn bewältigt. Als das Kampfgeschehen zum Stellungskrieg erstarrte, bauten die Heereseisenbahner schnell ein dichtes Netz von schmalspurigen Heeresfeldbahnen (siehe G 3/92) auf. Dieses Nachschubsystem funktionierte weitgehend störungsfrei, denn die Gefahr von Fliegerangriffen bestand noch nicht.

Die Motorisierung der Armeen steckte noch in den Kinderschuhen. Die deutsche Heeresleitung hatte sich allerdings trotz der Abneigung in manchen Offizierskreisen - schon in den Friedensjahren mit der Verwendung von Kraftfahrzeugen befaßt. Dem Bereich »Personenwagen« schenkte man keine besondere Aufmerksamkeit; für Kommandeure und höhere Stäbe beschaffte man während des ganzen Krieges handelsübliche Personenautos.

Dagegen widmeten die deutschen Militärplaner den Lastautos mehr Aufmerksamkeit, da man von ihnen erwartete, daß sie im Kriegsfall Transporte schneller und kostensparender erledigen könnten. Diese Überlegungen führten die militärischen Planer in eine Zwickmühle: Man wußte einerseits, daß man im Kriegsfall eine große Anzahl Lastautos brauchen würde, andererseits konnte man die erforderliche Menge Lastautos nicht schon vorsorglich als Grundausrüstung beschaffen. Erstens hätte man in Friedenszeiten keine Verwendung dafür gehabt, und zweitens wäre der notwendige Pflegeaufwand für die Autos viel zu teuer gewesen. Außerdem bestand die Gefahr, daß die bereitgestellten Lastautos im Ernstfall veraltet gewesen wären. Deswegen rüstete man zunächst nur bestimmte Transporteinheiten mit Lastautos für Schul- und Übungszwecke aus. Für den Ernstfall setzte man auf die zivilen Eigentümer von Lastwagen, die man bei der Mobilisierung einziehen konnte. Man gab daher Richtlinien heraus, die Konstruktion und Bau militärtauglicher Lastautos regelten. Außerdem erhielten die Käufer der danach gebauten Lastwagen vom Staat einen Zuschuß von 4000 Mark, wofür sie damit rechnen mußten, daß ihre Autos im Mobilisierungsfall eingezogen wurden.

1914 standen trotz dieser Maßnahmen viel zu wenig Lastwagen zur Verfügung, denn in den Friedenszeiten hatten sich nur wenige deutsche Automobilfabriken mit dem Lastwagenbau beschäftigt. Das änderte sich nun, aber die Produktion großer Stückzahlen war nicht über Nacht zu erreichen. Im wesentlichen wurden zwei Größenklassen fabriziert: 2- bis 3-Tonner und 4- bis 5-Tonner. Die militärischen Richtlinien hatten zur Folge, daß die Heereslastautos aller Hersteller äußerlich ziemlich ähnlich aussahen.

Neben diesen reinen Lastwagen entwickelten sich im Laufe der Kriegsjahre Sonderkonstruktionen: So entstanden große Zugmaschinen für schwere Artillerie, und man baute Geschützkraftwagen.

Das waren Speziallastwagen mit Vierradantrieb, bei denen auf der hinteren Plattform 7,7cm-Ballonabwehr-Kanonen aufgebaut wurden. Darüber hinaus gab es auch an die 30 Straßenpanzerwagen. Gegen Kriegsende sind schließlich noch rund 60 neukonstruierte Plattformwagen mit 7,7-cm-Flak geliefert worden.

Die Lastautos jener Zeit waren einfach aufgebaut. Basis war ein leiterförmiges Chassis aus Stahlprofilen; vorne drauf saß der Motor mit großem Kühler, blechverkleidet mit abnehmbaren Seitenplatten. Anschließend folgte das Führerhaus, oft noch oben offen mit Faltverdeck, meist aber halbgeschlossen mit Windschutzscheiben, Dach und seitlichen Türen. Hinten war die hölzerne Ladepritsche aufgebaut, mit Planenabdeckung auf Spriegeln. Der Antrieb der Hinterachse erfolgte über eine Welle vom Schaltgetriebe am Motor zu einer Zwischenachse mit Differential, die ihre Umdrehungen beidseits mit Ketten zur Hinterachse weitergab. Die Räder waren Speichenräder, anfänglich aus Holz, später aus Stahl, mit einer Vollgummibereifung.

Als Beispiel für die Heereslastwagen sei hier der Viertonnen-»Regellastwagen« von Opel (Baujahr 1915) vorgestellt. Er hatte einen Vierzylinder-Reihenmotor von 50 PS. Von diesem Auto wurden über 4000 Stück gebaut. Ein gut restauriertes Exemplar (unser Foto) kann im Auto + Technik-Museum in Sinsheim bewundert werden.

-hr-

Für die modellbauenden Autofreunde bereiten wir einen Plan für ein 1:35-Modell dieses Lastwagens vor. Den Bauplan Opel-Lkw 1915 erhalten Sie gegen DM 8 in Briefmarken von Sailer Verlag, G-Modellbau, Äußerer Laufer Platz 22, D-W-8500 Nürnberg 1.


Textnachweis und Bildnachweis:

Rabsilber, Horst: LKWs im Kriegseinsatz. In: G - Journal Geschichte. 1, 1993. S.27.


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