
Sonderteil: Erich Maria RemarqueIn: CCV. Stadtführer OSNABRÜCK. Gestern & Heute. Kulturhistorischer Führer mit aktuellem Stadtplan und historischen Karten. Osnabrück: 1997, S. 50-56.
Biographie und Werk Erich Maria Remarque ist einer der meistverbreiteten und meistgelesenen Autoren der deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 22. Juni 1898 in Osnabrück geboren, gestorben ist Remarque am 25. September 1970 in Locarno/Schweiz. Die Biographie Erich Maria Remarques ist durch die Kindheit und Jugend im Osnabrück der Kaiserzeit, durch den Ersten Weltkrieg die Weimarer Republik und vor allem durch das Exil in der Schweiz und in den USA wesentlich von der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts geprägt.
Fast alle Romane Remarques wurden - oft kurz nach dem Erscheinen der Buchvorlage - verfilmt. Etliche dieser Verfilmungen sind zu Klassikern der Filmgeschichte geworden: Arc de Triomphe (1948), Zeit zu leben und Zeit zu sterben (1958) und , natürlich vor allem die Verfilmung von Im Westen nichts Neues (1930), ein Film, der weltweit für viele Menschen der Antikriegsfilm schlechthin ist. Remarques Gesamtwerk ist eng mit seiner Osnabrücker Herkunft verknüpft. Dem Leser, der besonders an den Bezügen zu Osnabrück interessiert ist, sei an dieser Stelle z.B. der Roman Der schwarze Obelisk (bei Kiepenheuer & Witsch als Taschenbuch verlegt) empfohlen. Die Romane Remarques stehen aber gleichzeitig auch für eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte, wobei die Wahrung von Humanität und Menschenwürde in Zeiten von Unterdrückung, Terror und Krieg im Vordergrund steht. Remarque gilt daher weltweit als glaubwürdiger Vertreter eines "anderen Deutschland". Das Erich Maria Remarque-Archiv In Osnabrück befaßt sich das Erich Maria Remarque-Archiv mit der wissenschaftlichen Erforschung des Werkes Remarques. Diese Einrichtung wurde 1989 von der Stadt und Universität Osnabrück gemeinsam gegründet, es ist seit kurzem im neuen Remarque-Zentrum am Markt ansässig und der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich. Der Besucher findet im Remarque-Archiv neben den verschiedenen Romanausgaben und zahlreicher Literatur zu den Werken Remarques u.a. eine fast vollständige Kopie des schriftlichen Nachlasses Remarques, der im Original in der New York University in New York, der Erbin des Nachlasses, verwahrt wird. Die Erich Maria Remarque Gesellschaft e.V. Zusätzlich wurde in Osnabrück am 19. September 1986 die Erich Maria Remarque Gesellschaft e.V. gegründet. Das Ziel dieses Vereins ist, "humanistische Kultur, Kunst, Wissenschaft und Forschung durch die Pflege des Erbes Erich Maria Remarques und seines Gedankenguts in der Öffentlichkeit" zu fördern und zu verbreiten. Die Gesellschaft hat derzeit ca. 130 Mitglieder im In- und Ausland sowie Sektionen in Twer/Rußland und Lodz/Polen. Die Remarque Gesellschaft organisiert Lesungen, Vorträge und Diskussionen und publiziert das "Remarque-Jahrbuch/Yearbook", in dem internationale aktuelle Beiträge zur Remarque-Forschung enthalten sind. Der Erich Maria Remarque-Friedenspreis Seit 1991 wird durch die Stadt Osnabrück der "Erich Maria Remarque-Friedenspreis" verliehen. Im Andenken an den Autor werden alle zwei Jahre belletristische, journalistische und wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet, die sich mit den Themen "Innerer und äußerer Frieden" auseinandersetzen. Der erste Preisträger dieses Friedenspreises ist der Schriftsteller Lew Kopelew, danach wurden der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger (1993) und der israelische Journalist Uri Avnery (1995) ausgezeichnet. Vom Remarque-Archiv zum Remarque-Zentrum am Markt Nach der Renovierung der neuen repräsentativen Räume am historischen Marktplatz der Stadt Osnabrück konnte am 6. September 1996 mit großem Publikumsinteresse eine Ausstellung zu Aspekten von Leben und Werk Erich Maria Remarques eröffnet werden. Die Ausstellung ist zu folgenden Zeiten geöffnet: dienstags-samstags 10-13 Uhr und dienstags-freitags 15-17 Uhr. Führungen können unter der Telefonnummer 0541/323-21 09 vereinbart werden. Diese Ausstellung wird im Remarque-Jahr 1997/98 durch eine vollständig neu konzeptionierte und gestaltete Dauerausstellung ersetzt werden. Bereits seit Mitte November 1996 ist das Erich Maria Remarque-Archiv ebenfalls in den neuen Räumen am Markt untergebracht. Somit ist im neuen Remarque-Zentrum die Verbindung zwischen der Ausstellung, die eher auf ein breites Publikum orientiert ist, und dem Archiv, das vornehmlich wissenschaftliche Betreuung anbietet, sichergestellt. Die vertiefende Information für den Ausstellungsbesucher durch Mitarbeiter des Remarque-Archivs ist dann nicht nur leicht möglich, sondern wird ausdrücklich angeboten. Das Remarque-Jahr 1997/98 - Zum 100. Geburtstag Erich Maria Remarques Im Jahr 1998 sind in Osnabrück zwei herausragende Jahrestage zu feiern: 350 Jahre Westfälischer Friede und die 100. Wiederkehr des Geburtstages Erich Maria Remarques. Dieser Jahrestag ist wichtiger Anlaß, durch vielfältige Veranstaltungen an den in Osnabrück geborenen Schriftsteller zu erinnern. Das Remarque-Jahr 1997/98 beginnt mit der 4. Verleihung des Erich Maria Remarque-Friedenspreises im Juni 1997 und endet mit einem Festvortrag an Remarques 100. Geburtstag am 22. Juni 1998. Thematisch verzahnt ist das Remarque-Jahr mit Veranstaltungen zum Westfälischen Frieden, wie z.B. der Ausstellung "Krieg der kleinen Leute" (Museum Industriekultur). Die ersten inhaltlichen Vorarbeiten zum Remarque-Jahr haben bereits 1992 begonnen. Neben anderen Präsentationen wurde die Sammelausstellung "Im Westen nichts Neues? - 4mal Remarque heute" regional und überregional vorgestellt (im November 1992 in der Niedersächsischen Landesvertretung in Bonn und im Februar/März 1994 in der Dominikanerkirche in Osnabrück). Die Originalhandschrift von /m Westen nichts Neues, die Ende 1995 in London durch die niedersächsische Sparkassenstiftung, die Stadtsparkasse Osnabrück, das Bundesministerium des Inneren und das Land Niedersachsen ersteigert werden konnte, wurde im Juni 1996 in der Hauptstelle der Stadtsparkasse Osnabrück ausgestellt. Weitere Teilpräsentationen werden bis zum Beginn des Remarque-Jahres 1997/98 der Öffentlichkeit vorgestellt. So wird am 16. Dezember 1996 die Ausstellung "Elfriede Scholz und der Volksgerichtshof" (mit Unterstützung der Oldenburgischen Landesbank) zur Erinnerung an Remarques von den Nationalsozialisten hingerichtete Schwester eröffnet. Bereits am 6. September 1996 hat die Eröffnung der Übergangsausstellung "Remarque am Markt" stattgefunden. Nach dem Umzug des Erich Maria Remarque-Archivs entsteht im neuen Remarque-Zentrum am Markt dann eine ständige Remarque-Ausstellung.
Die Veranstaltungen des Remarque Jahres werden sowohl eine Attraktion für die Stadt als auch für den Landkreis Osnabrück und die weitere Region sein. So können neben den in Osnabrück stattfindenden Veranstaltungen einzelne Ausstellungen sowie Filme aus den Programmen des Remarque Filmfestivals und der Filmwochen zum Ersten Weltkrieg separat im Landkreis und in der Region präsentiert werden. Planung für das Remarque-Jahr ab 1997/98 Die einzelnen Veranstaltungstermine konnten bis zur Drucklegung dieses Kulturhistorischen Führers nur zum Teil festgelegt werden. Bitte informieren Sie sich auch in Veranstaltungskalendern, in der örtlichen Presse, über die Homepage des Erich Maria Remarque-Archivs (http://www.ub.uni-osnabrueck.de/emr/intern.htm) oder direkt im Erich Maria Remarque-Archiv. 2. Junihälfte 1997 4. Verleihung des Erich Maria Remarque-Friedenspreises der Stadt Osnabrück Ab August 1997 Materialien für den schulischen Unterricht und die Erwachsenenbildung. Einführungsveranstaltungen für Lehrer und Lehrerinnen. Erarbeitung durch eine Arbeitsgruppe der Erich Maria Remarque Gesellschaft e.V. unter Beteiligung der anzusprechenden Institutionen. 25.-28.9.1997 Remarque-Symposium 1997, Thema: "Erich Maria Remarque. Leben, Werk und weltweite Wirkung", Sektion zu den Verfilmungen. Eingeladen werden alle wichtigen Remarque-Forscher weltweit. Dauer: 4 Tage. Einführungsveranstaltungen für Lehrer und Lehrerinnen, Schüler und eine breite Öffentlichkeit. Ort: Universitat oder Universitatsbibliothek. Die Publikation der Beiträge des Symposiums im Remarque Jahrbuch/Yearbook ist geplant. Ab November 1997 Theaterproduktionen von Bühnenstücken von und nach Erich Maria Remarque durch Osnabrücker Amateurtheater (mögliche Stücke u.a. Die letzte Station, Die Heimkehr das Enoch J. Jones, Brunnenstraße, Barcarole (Erstaufführung aus dem Nachlaß), Der schwarze Obelisk (bearbeitete Romanfassung). Ab Januar 1998 Eine Produktion der probebühne Osnabrück. Ende Januar 1998 Ausstellung zu Elfriede Scholz, Schwester Erich Maria Remarques, die 1943 wegen sog. Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde (Wiederaufnahme der Ausstellung vom Dezember 1996). Ort: Foyer Remarque-Zentrum. Ab Januar 1998 Geplante Theaterproduktion eines oder mehrerer Bühnenstücke von und nach Erich Maria Remarque durch die Städtischen Bühnen Osnabrück. (Stücke, siehe unter 4.) Evtl. zu Beginn der 2. Hälfte der Spielzeit 1997/ 98, Laufzeit bis Mitte 1998. 4.-8.3.1998 Symposium Krieg und Literatur/War and Literature 1997, Schwerpunkt: "Kriegserlebnis und Legendenbildung. Das Bild des ‚modernen‘ Krieges in Literatur, Theater, Photographie und Film und Film Dauer: 3 bis 5 Tage, Beteiligung national und international anerkannter Wissenschaftler, die einzelnen Sitzungen werden öffentlich zugänglich sein. Ort: Universität oder Universitätsbibliothek, Einführungsveranstaltungen evtl. in Zusammenarbeit mit und in der Volkshochschule. Die Publikation der Beiträge des Symposiums in einem Sammelband der vom Erich Maria Remarque-Archiv/Forschungsstelle Krieg und Literatur herausgegebenen Zeitschrift KRIEG UND LITERATUR/WAR AND LITERATURE ist geplant. Mitte April 1998 Filmwochen Weltkrieg I, in einer Osnabrücker Spielstätte (Lagerhalle, Unifilm), 5 bis 10 Kriegsfilme zum Thema "Erster Weltkrieg", in Verbindung mit dem o.g. Symposium und der o.g. Ausstellung "Krieg der kleinen Leute."
Ausstellung "Das Auge ist ein starker Verführer", Filmmaterialien (Plakate, Standfotos etc.) vor allem aus dem Depositum der Stadt Osnabrück beim Erich Maria Remarque-Archiv, mit einem repräsentativen Katalog. Ort: Foyer Remarque-Zentrum. 15.-30. 4. 1998 Remarque-Filmfestival, Aufführung möglichst aller Verfilmungen nach Romanen und Drehbüchern Remarques (11 Kinofilme, 2 Fernsehproduktionen). Ort: Hasetorkino. Juni 1998 Remarque-Jahrbuch/Yearbook 1998, Sonderausgabe zum 100. Geburtstag Erich Maria Remarques mit den Ergebnissen des Remarque-Symposiums und zahlreichen Illustrationen. Präsentation im Rathaus. Erich Maria Remarque-Werkausgabe, Festakt im Friedenssaal des Rathauses zur Herausgabe der ersten Remarque-Werkausgabe (zusammen mit dem Verlag Kiepenheuer und Witsch, Köln). "Rosenfest" im Piesberger Gesellschaftshaus in Erinnerung an das gleichnamige, von Remarque im Juni 1919 veranstaltete Fest. Organisation und Veranstaltung durch die Erich Maria Remarque Gesellschaft e.V. 22. Juni 1998 Festvortrag zum 100. Geburtstag Erich Maria Remarques im Friedenssaal des Rathauses von einem international anerkannten Wissenschaftler, voraussichtlich aus den USA. Kontakt: Erich Maria Remarque-Archiv Universität Osnabrück, Am Markt 6, 49074 Osnabrück, Tel.: 0541/969-2430, Fax: 0541/969-2431. Internet: http://www.ub.uni-osnabrueck.de/emr/intern.htm E-Mail: cglunz@carina.rz.uni-osnabrueck.de Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 9-12 Uhr, zusätzlich Dienstag 14-16 Uhr. |