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Remarque im Internet. Experiment für Lehre und Forschung im Rahmen der Bundes- und Landes-Initiative "Schulen ans Netz".
Vortrag: gehalten am 26.9.1997 auf dem Remarque-Symposion an der Universität Osnabrück


Remarque im Internet

Experiment für Lehre und Forschung

im Rahmen der Bundes- und Landes-Initiative "Schulen ans Netz"

von Peter Dörp

Vorbereitungsphase:

Projekt-Idee "Medienerziehung Online"

Unsere Schule, das Abtei-Gymnasium Brauweiler (in der Nähe von Köln gelegen), ist mit der Projekt-Idee "Medienerziehung Online" bei der Bundes- und Landesinitiative "Schulen ans Netz" im Schuljahr 1996/97 als "Einstiegsschule" berücksichtigt worden. Nach dem Bereitstellen eines ISDN-Anschlusses (durch die Stadt Pulheim), der Übernahme der Telefongrundgebühren und -kosten in Höhe von 1.600,- DM durch die Firma TELECOM (Bundesinitiative), Übergabe und Anschluss eines Internet-Computers (durch die Landesinitiative bei einer Selbstkostenbeteiligung in Höhe von 800,- DM) und die dafür notwendige Internet-Provider-Software (durch die Bundesinitiative) im November 1996 konnte nach Asprache mit dem Erich Maria Remarque-Archiv in Osnabrück die Idee von einem "Erich Maria Remarque-Projekt" in die Tat umgesetzt werden.

Von vornherein war klar, dass das Abtei-Gymnasium Brauweiler als "Einstiegsschule" kein ausgereiftes Unterrichtsmodell für das Internet vorstellen könnte. Als "Einstiegsschule" ist man dazu ermuntert worden, das Internet als eine Experimentier- und Probebühne aufzufassen, auf der man, sowohl Schüler als auch Lehrer, richtlinienfreie Erfahrungen zur Sicherung einer Medienkompetenz sammeln und auswerten dürfe.

So ist, um Missverständnissen vorzubeugen, das "Erich Maria Remarque-Projekt" von vornherein als Experiment angelegt worden, von dem man nicht wusste, wie es ausgehen würde. Als Testgruppe stellte sich der Literaturkurs, Jahrgangsstufe 12, 1996/97, zur Verfügung.

Die Idee eines "Erich Maria Remarque-Projekts" im Zusammenhang mit dem Großprojekt "Medienerziehung Online" bedarf im Literaturkurs, der dem fächerübergreifenden "sprachlich-literarisch-künstlerischen Aufgabenfeld (I)" zugeordnet ist, der Präzisierung. In Abweichung vom Deutschuntericht der Oberstufe, in der der Umgang mit Literatur zur Erweiterung einer "literalen Kompetenz" dient, ist der Umgang mit Literatur im Literaturuntericht auf den Erwerb einer "Gestaltungs"-Kompetenz ausgerichtet. Das heißt, Schülerbeiträge sind, laut Richtlinien für den Literaturunterricht, produktorientiert und in Form von Präsentationen anzufertigen.

Wer sich mit dem Internet beschäftigt, wird gerade in letzter Zeit festgestellt haben, mit welch rasanter Geschwindigkeit sich das Internet vom reinen "Schriftmedium" zum multi-medialen Präsentationsmedium weiterentwickelt. Wie sich diese Entwicklung auf die Präsentationsmöglichkeiten der Schulen auswirken wird, lässt sich ahnen. Interessante Schülerbeiträge – besonders die des Literaturkurses für das "Erich Maria Remarque-Projekt" – können jetzt und in Zukunft für das weltweite Netz "gestaltet" und angemessen präsentiert, gegebenenfalls korrigiert und aktualisiert werden.

Mit dieser Entwicklung kann endlich der oft belächelte Lehrerspruch: "Non scholae, sed vitae discimus ("Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir") mit neuem Inhalt gefüllt werden.

Von der Idee bis zur Verwirklichung des Erich Maria Remarque-Projekts

Phase 1:

Gespräch über die Soldatengeschichte "Nacht an der Front" von F.Scheinpflug und über den Presseartikel: "Im ‚Angriff‘ nichts Neues. Remarque im Dritten Reich"

(1) Testphase:

Zuerst wurde dem Literaturkurs kommentarlos die Soldatengeschichte "Nacht an der Front" von F.Scheinpflug zum Lesen und zum gemeinsamen Gespräch vorgelegt.

Gesprächsergebnis: Kein Teilnehmer erkannte die Geschichte als eine Textpassage aus dem Roman "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque, obwohl, wie sich im Gespräch herausstellte, mehrere den Roman im Rahmen des Geschichtsunterrichts in der Mittelstufe gelesen und die amerikanische Erstverfilmung des Bestseller-Romans dazu in der Schule gesehen hatten.

Besondere Schwierigkeiten bereiteten den Schülern die Offenheit des Textes – mit seinen vagen Orts- und Zeitangaben. Deshalb nahmen manche sogar an, die Kriegshandlung spiele nicht während des 1., sondern während des 2.Weltkriegs.

(2) Testphase:

Erst als dem Kurs der Presseartikel der "Vossischen Zeitung" (vom 8. Mai 1931) "Im 'Angriff' nichts Neues. Remarque im Dritten Reich" zum Lesen ausgehändigt worden war, erkannten sie die Wirkungszusammenhänge zwischen Literatur und Tagespolitik in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen.

Bei der Besprechung gaben die meisten Schüler zu, Erich Maria Remarque nur dem Namen nach zu kennen. Über Joseph Goebbels wussten sie, dass er Propagandaminister im 3.Reich war und sich mit seiner Familie Ende des Krieges das Leben nahm. Völlig neu war ihnen, dass Goebbels bereits ab 1926 in Berlin für die N.S.D.A.P. Straßenkrawalle provozierte, um sich als Skandalpolitiker einen Namen zu machen. Unbekannt war ihnen auch, dass Goebbels 1930 die deutsche Erstaufführung der Remarque-Verfilmung in Berlin öffentlich skandalisierte.

Phase 2:

Erich Maria Remarque im Internet entdecken

Um weitere Hintergrundinformationen über "den Kampf gegen Remarque" zu erhalten, wurden die Suchmaschinen im Internet bemüht. Der Kurs suchte nach folgenden Stichworten:

    1. "Erich Maria Remarque"
    2. "Im Westen nichts Neues"
    3. "All quiet on the western front"
    4. "1.Weltkrieg"

Erste Suchergebnisse:

Zu "Erich Maria Remarque" ergaben sich 5 Suchergebnisse:

http://www.osnabrueck-net.de/Kultur/remarque.html

(Kulturangaben der Stadt Osnabrück)

http://cyniska.ubishops.ca/riegel/lita.html

[ist inzwischen nicht mehr auffindbar]

http://remarque.berkeley.edu:8001/about_remarque.html

(Remarque-Notizen in Englisch)

http://www.dino-online.de/seiten/go05l.htm (Dino - Kunst -Literatur)

http://www.wizvax.net/nisk_hs/va/favorite_novels/all_quiet.html

(John S. Montana 6th Grade Van Antwerp Middle School)

http://www.rmc.ca/academic/english/courses/ene332a.html

(THE LITERATURE OF WAR: THE FIRST WORLD WAR)

Zu "Im Westen nichts Neues" ("All quiet on the western front") 2 Suchergebnisse:

http://www.kidzone.com/ecc/alquiet.htm

(nicht mehr vorhanden)

http://www.bomc.com/archives/1929/a_western_front.html

(Über den Roman)

Zum "1.Weltkrieg" 2 Suchergebnisse:

http://www-polisci.tamu.edu/dept/classes/danilovic/WWI.htm

(Multi-Media Project - World War I)

http://www.adfa.oz.au/~awm/western.htm

(Australischer Soldatenfriedhof)

Auswertung der Such-Ergebnisse:

Wegen der langen Ladezeiten (trotz eines schnellen ISDN-Anschlusses) stand der erste Surf-Versuch der Kursteilnehmer unter keinem guten Stern. Und die Ergebnisse der Recherche waren - bei näherer Prüfung - nicht zufriedenstellend.

Das Auswertungsgespräch ergab: Das Internet hält zwar eine Fülle von Adressen bereit, aber sie enthalten zur Zeit (das war Ende des Jahres 1996) häufig nur das, was man in einem Lexikon schneller und umfangreicher finden kann.

Die Konsequenz: - die Geburt des Erich Maria Remarque-Projekts im Internet

Das Projekt sollte in der ersten Ausbauphase neben der ‚getarnten‘ Soldatengeschichte Remarques textbezogene Materialien enthalten. Als besondere Zugabe war daran gedacht, über das Internet weitere Gesprächspartner, vorrangig an deutschsprachigen Schulen im Ausland, zu finden. In der zweiten Ausbauphase sollten textbezogene Materialien zum Film, zum Filmskandal in Berlin und zu Goebbels hinzukommen.

Phase 3:

Zielangaben für das Erich Maria Remarque-Projekt

Auf der Hauptseite ist das Remarque-Projekt wie folgt angekündigt worden:

Ein Ziel des Erich Maria Remarque-Projekts soll sein, mit Schulen ab der Jahrgangsstufe 10, besonders mit deutschsprachigen Schulen im Ausland, über die Wirkungen von Literatur und Literaturverfilmung ins Gespräch zu kommen, um auf diesem Wege Beiträge zur Völkerverständigung zu leisten.

Wir wollen uns zuerst über einen Prosatext unterhalten, der eine Veröffentlichungsgeschichte hat, die einmalig und skandalös zugleich ist.

Die Kriegsgeschichte: "Nacht an der Front" von F.Scheinpflug

Das Besondere:

Titel und Autor sind reine Erfindung (?). Tatsächlich handelt es sich bei der Geschichte um einen leicht gekürzten und veränderten Textausschnitt aus dem heiß und kontrovers diskutierten Bestseller-Roman über den 1.Weltkrieg:

"Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque (1928/29).

Historisches:

Der Text ist Anfang des Jahres 1931 von der Berliner n.s.Zeitung "Angriff", hrsg. von Dr. Joseph Goebbels , als "heroische" Soldatengeschichte unter dem Autorennamen F.Scheinpflug mit dem Titel "Nacht an der Front" veröffentlicht worden. Niemand in der Nazi-Redaktion hatte bemerkt, daß es sich bei der Soldatengeschichte um eine Schlüsselszene aus dem von den Nazis meist gehassten Roman und Spielfilm "Im Westen nichts Neues" (1929/30) handelte. Der nationalsozialistische Gauleiter Dr. Joseph Goebbels (nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler, 1933, Reichspropagandaminister des "Dritten Reichs") hatte sich kurz zuvor zum "Bewahrer deutscher Kultur" aufgespielt und im Dezember 1930 die Aufführungen der Remarque-Verfilmung "Im Westen nichts Neues" in Berlin massiv gestört und Straßenkrawalle provoziert. Diese "Nazi-Randale" um die "Remarque-Verfilmung" gehört heute zu einem der größten Skandale in der Chronik der internationalen Filmgeschichte. Die Veröffentlichung des Remarque-Textes in dem Berliner n.s.Kampfblatt "Angriff" darf als nationalsozialistische Kultur-Blamage ersten Ranges gezählt werden.

Da der Deutsche Bildungsserver (DBS) in Berlin eine Liste deutschsprachiger Auslandsschulen zusammengestellt hatte, konnte sich jeder Kursteilnehmer eine Auslandsschule aussuchen, von der Schule ein Profil erstellen, Mails verfassen, die auf die im Internet bereits vorbereiteten Gesprächsanregungen Bezug nahmen und in denen auf das Projekt aufmerksam gemacht und zum Gedankenaustausch (Austausch von E-Mails) eingeladen wurde.

Ergebnis: Keine Auslandsschule reagierte auf die versendeten E-Mails.

Diese negative Erfahrung bedeutete aber nicht, dass das Experiment als gescheitert aufgegeben wurde. Man war sich im klaren, ein Etappenziel war zur Zeit noch nicht erreicht worden.

Konsequenzen: Andere Projekt-Ziele wurden überlegt, formuliert und realisiert.

Ein wesentliches Projektziel – abgeleitet von unserem Großprojekt MEDIENERZIEHUNG ONLINE für die Initiative "Schulen ans Netz" – ist das der Vermittlung einer "Medienkompetenz" für Lehrer und Schüler.

Phase 4:

Gestaltung und Präsentation der Internet-Seiten des "Erich Maria Remarque-Projekts"

Präliminarien zur Gestaltung und Präsentation von hypermedialen Texturen

Eine Präsentation von Internet-Seiten stellt an den Hersteller völlig neue Anforderungen. Reichte für die Druckvorlagenherstellung im Print-Medium ein abgetippter Text, müssen (zur Zeit noch) in dem für das Internet vorgesehenen und zu digitalisierenden Text spezielle Determinanten der Text- und Seitengestaltung mitberücksichtigt werden.

(1)

"Quellentext": Der Text hinter dem Text

Der digitalisierte Text benötigt eine Dialekt-Umgebung, HTML (Hyper Text Markup Language) genannt, die für den Betrachter auf dem Bildschirm unsichtbar bleibt, aber im Internet-Browser als "Quellentext" sichtbar gemacht werden kann. Da das Schreiben in HTML recht umständlich ist, gibt es inzwischen sogenannte WEB-Editoren, die einem die Arbeit abnehmen. Neuerdings kann man in den aktuellen Textverarbeitungsprogrammen seinen geschriebenen Text im HTML-Format abspeichern und auch später noch editieren.

Da die WEB-Editoren in ihrer Leistung ganz unterschiedlich und mitunter fehlerhaft sind, wird derjenige, der individuelle Hypertexte erstellen will, nicht umhinkommen, den HTML-Dialekt zu lernen. Dem WEB-Spezialisten genügt dieser Dialekt schon gar nicht mehr. Er widmet sich der Spracherweiterung JAVA-SCRIPT (mit ihren spielerischen Möglichkeiten animierter Schrift) und benutzt zusätzlich als ‚Tüpfelchen auf dem I‘ JAVA-APPLETS (mit ihren verblüffenden Möglichkeiten multi-medialer Textstrukturen). Die Gestaltungs-Ergebnisse, immer den aktuellsten Internet-Browser vorausgesetzt, sind beeindruckend.

(2)

Integration optisch-akustischer Lehrmedien in einer hypermedialen Textur

Dass das Internet, das in seiner historischen Entwicklung (seit 1983), vorrangig zur weltweiten Kommunikation und zum Austausch von Kernforschungsergebnissen erfunden worden war, auch als ein Lehr- und Lernmedium geeignet sein könnte, war vor knapp zwei Jahren noch nicht absehbar. Inzwischen haben es die Programmierer geschafft, auch im Internet optisch-akustische Lehrmedien in einer hypermedialen Textur zu integrieren. Die Zeiten, in denen der Lehrer mühselig und aufwendig die unterschiedlichsten optisch-akustischen Lehrmedien für seinen Unterricht zusammensuchen und in den laufenden Unterricht integrieren musste, gehören der Vergangenheit an, wenn er sich für den Einsatz des Computers im Unterricht entscheidet (Mediendienste wie die FWU haben auf dieses Phänomen bereits reagiert und bieten ihre Dienste neuerdings online an). Die Internet-Technik ist auf dem besten Weg dazu, den Lehrertraum "von einem integrierenden Lernmedium" Realität werden zu lassen. Voraussetzung für das ‚Lesen‘ "hypermedialer" Texte, in denen "Text, Grafik, Bild, Video und Ton sowie Animation und Simulation" zu interaktiven Einheiten integriert sind, ist jedoch ein Multi-Media-Rechner, also ein Computer mit akustischer Wiedergabemöglichkeit.

(3)

Neuartige integrative und interaktive ‚Lesarten‘ einer hypermedialen Textur

Dass der Vorgang des integrativen Lesens im Internet Jean Paul Sartres These vom Lesen als "gelenktes Schaffen", bei dem "das literarische Objekt tatsächlich keine andere Substanz als die Subjektivität des Lesers" hat, in Frage stellt, ist eine Tatsache, die jeder beklagen wird, der das Print-Medium über alles liebt. Das Bildschirm-‚Lesen‘ von Hypertexten unterliegt anderen Gesetzmäßigkeiten als das Lesen eines Print-Mediums.

Das Bildschirm-‚Lesen‘ von Hypertexten ist von 3 Determinanten abhängig: erstens "von der kreativen Intelligenz des Designers", also von demjenigen, der nicht nur den Text geschrieben, sondern ihn auch gestaltet hat, zweitens "vom Werkzeug", mit dem der Text für das Internet aufbereitet worden ist und zur Bildschirmdarstellung gelangt und drittens "von der medialen Kompetenz des Nutzers" , von seiner Fähigkeit, den "Verweisungen zwischen den multimedialen Textelementen" folgerichtig zu entsprechen. Ein sinnvolles Fortschreiten "von einem verbalen Text zum anderen, von einer grafischen Darstellung zu einem Video, von einem Bild wieder zu einem Text" und auch wieder zurück, will gelernt sein. Jeder, der die ersten ‚Lese" (Surf)-Versuche im Netz gemacht hat, wird wissen, wie leicht man sich im Dickicht des Netzes verheddern, "im Labyrinth der Texte" verirren kann.

Vordringliche Aufgabe für eine zukünftige "Medienerziehung Online":

Eine vordringliche Aufgabe für eine zukünftige "Medienerziehung Online" ist die, gemeinsam mit den lernenden Internet-Nutzern folgerichtiges integratives und interaktives ‚Lesen‘ hypermedialer Texte zu üben.

(4)

Lesehilfen zur "Förderung diskursiver Transparenz"

Der hyper-mediale Lehrtext als Unterrichtsmedium sollte so angelegt sein, dass er deutlich "im Dienst diskursiver Transparenz" steht. So soll er auf schnellem Wege, z.B. mit implantierten Lesehilfen, Textverständnisbarrieren verhindern und beseitigen helfen.

5 typische Lesehilfen, die in den hyper-medialen Textseiten des Erich Maria Remarque-Projekts "im Dienst diskursiver Transparenz" integriert worden sind, sollen vorgestellt werden.

1. Lesehilfe:

Farbkomposition

Da der HTML-Dialekt für die Textgestaltung die Möglichkeit unterschiedlicher Farbgebung vorsieht, ist für den Text eine ausgesuchte Farbe auf farbigem Hintergrund gewählt worden. Die Farbkompositionstechnik im "Erich Maria Remarque-Projekt" profitiert vom WEB-Design der Homepage unserer Schule, des Abtei-Gymnasiums Brauweiler.

Für den im Berliner n.s.-Blatt "Angriff" erschienenen Text ist ein hellblauer Farbton auf dunkelblauem Hintergrund gewählt worden. Da der im Nazi-Kampfblatt veröffentlichte Text gegenüber dem Original nur unwesentlich verändert und gekürzt worden war, ließen sich die fehlenden Textpartien in einer anderen, dunkelroten Farbe leicht ergänzen. Um den Originaltext Remarques deutlich zu kennzeichnen, sind die Textpartien des Originals in eckige Klammern gesetzt worden. Für diejenigen Textstellen, die von unbekannter Hand zur Tarnung des Remarque-Textes eingeschmuggelt worden sind, ist die Farbe mittelblau gewählt worden.

Zum Beispiel "Nacht an der Front"

Angestrebtes Ziel:

- unaufdringliches Steuern von Leseimpulsen zur "Förderung diskursiver Transparenz"

2. Lesehilfe:

Fußnoten mit Sprungbefehlen für Worterklärungen und Sachverhalten mit ergänzenden multi-medialen Verweisen:

Zu einem didaktisch aufbereiteten oder zum wissenschaftlichen Text gehört der wissenschaftliche Apparat mit der Fußnotentechnik. Auch im Internet-Text ist diese Technik einsetzbar, zusätzlich mit einem entscheidenden Vorteil, wie man ihn von modernen Textverarbeitungen her kennt. Man kann im Text die jeweilige Fußnote anklicken und wird mit Hilfe eines Sprungbefehls direkt ans Textende entweder in die Rubrik "Worterklärungen" oder "Textnachweis" geführt. Auf demselben Weg findet man auch wieder in den Text zurück.

Wort- und Sacherklärungen innerhalb des Fußnotenapparates können durch Verweise in Form von multi-medialen Zitaten (mit Fotos, Tondokumenten oder kurzen Filmausschnitten) sinnvoll ergänzt werden.

Beispiele:

  • Fotos können z.B. die Bildersprache des Soldatenjargons: "Gulaschkanone" (für Feldküche), "Kohlenkasten" (für Haubitzen- und Granatengeschosse) präzise erklären helfen.

  • Kurze Filmzitate aus Dokumentarfilmen lassen sich sinnvoll einsetzen, um z.B. vage Vorstellungen von militärischen Waffen im 1.Weltkrieg zu präzisieren: Für die "leichten Geschütze und Munitionswagen" waren im Überlebenskampf 6 Pferdestärken lebenswichtiger als ein störanfälliges Auto. (Noch ist der Einsatz von Ton- und Videozitaten im Internet nur eingeschränkt verwendbar, da Ton- und Video-Dateien riesige Speichermengen benötigen und unzumutbare Ladezeiten entstehen. Abhilfe ist in Sicht. Brandneu - Stand: September 1997 – ist der "Real-Player", der als Plugin in die aktuellsten Browser eingebunden werden muss und nur online funktioniert. So können bereits während des Ladevorgangs umfangreiche Ton- oder Videodateien abgespielt werden).

Zum Beispiel "Nacht an der Front"

Angestrebte Ziele:

- bewusstes Steuern von Leseimpulsen zum sofortigen Überwinden von entstehenden Lesebarrieren mit zusätzlicher ‚Schärfung‘ akustisch-optischer Wirklichkeits-Wahrnehmung

3. Lesehilfe:

Querverweise (Hyperlinks):

Textbezogene Materialien lassen sich in den Text mit Querverweisen (Hyperlinks) integrieren. Verständnisbarrieren beim Lesen der Soldatengeschichte lassen sich vermeiden, indem beispielsweise bei den Anspielungen auf Zeit- und Ortsangaben Querverweise (Hyperlinks) implantiert werden, die Sach- und Hintergrundinformationen über den 1.Weltkrieg an der Westfront in Text und Bild enthalten.

Zum Beispiel "Nacht an der Front"

Angestrebte Ziele:

- bewusstes Steuern von Leseimpulsen zum Überwinden vager Leseeindrücke und Sicherung von Wissen über gesellschafts-historische Vorgänge, sozial-politische Zusammenhänge und Hintergründe

4. Lesehilfe:

Multi-mediale Verweise:

Oft ist es sinnvoll, bereits im Text Verweise (Hyperlinks) so einzurichten, dass sie je nach Bedarf eine vergleichende Analyse verschiedener Medien vorbereiten helfen.

Beispiel:

- Vergleich der Textepisode: "Nacht an der Front" mit der textentsprechenden Filmepisode. Angesichts des Speicherumfangs einer Video-Datei (knapp 4-5 Minuten Spielzeit ergeben bei einer AVI-Datei einen Speicherbedarf von über 100 MB, bei Komprimierung ins MPEG-Format immer noch 65 MB) ist im Remarque-Projekt als Notlösung ein animiertes GIF mit wechselnden Filmbildern nach dem Gewerkschaftsbuch "Der Film. Im Westen nichts Neues in Bildern" von 1931 hergestellt und zum Betrachten angeboten worden.

Zum Filmbeispiel "Nacht an der Front"

Angestrebtes Ziel: - defensives Steuern interaktiver Vorgänge, um eine vergleichende Analyse von Texten in unterschiedlichen Medien vorbereiten zu helfen.

5. Lesehilfe:

Wissenschaftliche Texte: Fußnoten mit Sprungbefehlen für Textnachweis und ergänzenden Verweisen zum vollständigen Text der zitierten Quelle:

Auch für Texte mit wissenschaftlichem Anspruch eröffnen sich im Internet völlig neue Dimensionen der Präsentation, wenn die Archive ihre Türen zum Internet öffnen und ihr Quellenmaterial in digitalisierten Text-, Foto-, Ton- und Video-Archiven online zur Verfügung stellen.

Beispiel:

- Im Erich Maria Remarque-Projekt befindet sich eine Auswahlliste mit Hinweisen auf insgesamt 270 zeitgenössischen Rezensionen und Kritiken in zeitlicher Reihenfolge (1928-34) zu Erich Maria Remarques Bestsellerroman "Im Westen nichts Neues". Erstrebenswert wäre eine Verlinkung der Quellenangabe mit digitalisierten Texten (Quellenmaterial) des Erich-Maria-Remarque-Archivs. Weltweit könnten die Remarque-Forscher in die Lage versetzt werden, auf schnellstem Wege Quellentexte lesen und auswerten zu können. Der Leser einer wissenschaftlichen Internet-Arbeit könnte mit Hilfe von verlinkten Textstellen oder Fußnoten mit dem Server des Archivs verbunden werden, das die Textbelege online zur Verfügung stellt.

Zum Beispiel "zeitgenössische Rezensionen und Kritiken"

Angestrebte Ziele: - zügiges und komfortables wissenschaftliches Arbeiten weltweit, sicherer Quellennachweis mit Absichern der Zitatnachweise und der Möglichkeit des sofortigen Nachlesens der Quellen

Phase 5:

Die Beiträge im Erich Maria Remarque-Projekt

Die Kursteilnehmer nahmen die im Internet veröffentlichten "Gesprächsanregungen" auf. Es entstanden folgende Beiträge:

  • Stellungnahme zur Veröffentlichungsproblematik der Soldatengeschichte, zum Filmskandal in Berlin 1930 und zu den skandalösen Vorfällen anfangs des Jahres 1997 bei der Eröffnung der Wehrmachtsausstellung in München und Frankfurt.

  • Übersetzung der Hauptseiten des Remarque-Projekts in die englische und französische Sprache.

  • Übersetzung und Interpretation des Songs "All quiet on the western front" von Elton John.
  • Oberstufenbefragung nach Remarque.

Ausblicke:

Der Literaturkurs 12 des neuen Schuljahres 1997/98 soll die begonnene Arbeit des Vorgängerkurses fortsetzen: Geplant sind –

  • Ausbau der Seiten des Remarque-Projekts in drei Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch)
  • Multi-mediale Erweiterung des Remarque-Projekts
  • Unterstützung des Multi-Media-Teams beim Erstellen einer CD-ROM für den Rundschau WEB-BEWERB, Köln
  • Gesamtwürdigung der wichtigsten Romane Remarques in Form von kurzen "Booknotes"
  • Gemeinsames Projekt mit der Erich Maria Remarque-Oberschule Berlin
  • Neue Kontaktversuche mit In- und Auslandsschulen
  • Gründung einer Newsgroup "Erich Maria Remarque"
  • Eröffnung eines Chat-Cafés mit Interessenschwerpunkt: "Erich Maria Remarque"

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