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Einstellung.
Die Einstellung ist als kleinste Einheit des Films die ohne Unterbrechung gefilmte Aufnahme.
"Jede visuelle Einstellung ist eine seelische Einstellung." EINSTELLUNGSGRÖSSEN als "Wahrnehmungseinheiten". Knilli (ein Filmtheoretiker der 70-ger Jahre) identifiziert jede Einstellungsgröße mit einer "Wahrnehmungseinheit". Knilli: "Das wichtigste Element der Einstellung als Wahrnehmungseinheit ist ihre Größe. Denn was mit dem Ausschnitt erfaßt wird, ist sowohl Inhalt der visuellen Aussage als auch Gegenstand des Wahrnehmungsbegriffes. Dabei liefert die Einstellungsgröße die Grenzwerte jeder Wahrnehmung." Eine Totale z.B. wirkt 'distanzierend', eine Großaufnahme 'intensivierend' (vgl. Schema der Einstellungsgrößen).
Jede veränderte Lage der filmischen Optik verändert auch die Wahrnehmung des Zuschauers und ist ein deutliches Indiz für die Beeinflussung (Manipulation) durch den Filmemacher.
Nach der Größe des Bildausschnitts wird die
Größe der Einstellungen bezeichnet als:
Die Halbtotale kann sich schon mehr auf die
Handlungsträger konzentrieren, ohne doch
den Raum, in dem diese sich aufhalten, außer
acht zu lassen.
Die halbnahe Einstellung erfaßt in der Höhe
ungefähr die ganze menschliche Figur.
Die Amerikanische Einstellung zeigt die menschliche Figur
ungefähr vom Kopf bis zu den Hüften bzw. Knien. »Man wußte..., daß die
amerikanische Einstellung die wirksamste und die für
die Montage praktischste war« (Bardèche/Brasillach).
Die Nah-Einstellung umfaßt beim Menschen Kopf und
Schultern.
Die Großaufnahme zeigt den Kopf der menschlichen Figur.
Sie kann expressive Wirkung haben. Die Großaufnahme muß nicht unbedingt der Fortführung der
Handlung dienen. Sie kann auch poetisches Einsprengsel sein.
Einer Großaufnahme von Rossellini hat Bazin nachgerühmt,
daß es ihr gelang, »das Geheimnis dieses Gesichts zu bewahren«.
»Die Großaufnahme konfrontiert«, schreibt Baláz,
»Und es ist bekanntlich schwerer, ins Angesicht zu lügen.«
Hierzu zählen nicht nur Körperteil-Aufnahmen. Bei Hitchcock sind Aufnahmen einer Brille oder eines Schlüsselbundes spannungsfördernde Indizien.
- In den USA wird die Einstellung auch nach der Anzahl der auftretenden Personen bezeichnet: Three Shot (Dreier-Einstellung), Two Shot (Zweier-Einstellung). - Die Regisseure des sowjetischen Revolutionsfilms haben die einzelne Einstellung lediglich als »Rohmaterial für die spätere, durch die Montage geschaffene Komposition« (Pudowkin) angesehen. - Für Bazin ist jede Einstellung »Kristallisation« einer Realität. Der einzelne >Ausschnitt< wäre mehr als nur >RohmateriaL, er ließe die umgebende Realität mitempfinden. Bazin wendet sich gegen die Theorie von der Determination der Einstellung durch die Montagereihe. Demgegenüber Bresson selbst: »Der Film muß sich nicht durch Bilder ausdrücken, sondern durch Bezüge von Bildern...«
Kurowski, Ulrich: LEXIKON FILM. Hundert x Geschichte. Technik. Theorie. Namen. Daten. Fakten. Reihe Hanser 101, München: 1972. S.27-28. |