Photogénie.


 

Der Begriff Photogenie wird von (Delluc, dem Theoretiker, Regisseur und »Vater der französischen Filmkritik«, geprägt. Unter Photogenie versteht er »jene hoch­poetischen Aspekte der Wesen und Dinge«, die nur der Film entdecken und zeigen kann. »Photogenie ist das Ergebnis ... der Übertragung von eigentümlichen Qualitäten des Vorstel­lungsbildes auf das photographische Abbild ...« (Morin). Als wichtigste Mittel zur Erreichung von Photogenie erschei­nen Delluc der Dekor, das Licht, die Kadenz (->-Rhyth­mus), die Maske. Als Maske bezeichnet Delluc den Akteur; der Schauspieler ist ihm »nicht mehr als ein Detail, ein Fragment der Weltmaterie«. Als photogén gilt Delluc im Film auf­gefangenes Flüchtiges und Spontanes. »Dies ist es, was mich bezaubert: wie jeder zugeben wird, ist es ungewöhnlich, wenn man plötzlich in einem Film oder auf einer Platte be­merkt, daß das Gesicht eines Vorübergehenden, der vom Objekt zufällig aufgepickt wurde, einen ganz einzigartigen Ausdruck hat.« Wie alle Regisseure des —> Impressionismus ist Delluc eingenommen von den technischen Möglichkeiten der filmischen Apparatur, von Montagetricks, von Unschärfe, Doppelbelichtungen, Verzerrungen. Filme Dellucs: »Fievre« (1921); »La Femme du nulle part« (1922).

Literatur

Louis Delluc: Cinema et Cie., Paris 1919

Louis Delluc: Photogénie, Paris 1920


Kurowski, Ulrich: LEXIKON FILM. Hundert x Geschichte. Technik. Theorie. Namen. Daten. Fakten. Reihe Hanser 101, München: 1972. S.100.