Abschlussfeier am 31. Mai 2006


Ende für das "Farbenspiel"

ERSTELLT 01.06.06, 07:15h

FRECHEN. "Eigentlich ist es ja ein trauriger Anlass, aber wir feiern trotzdem", erklärt die Heilpädagogin und Kunsttherapeutin Kirsten Stamer. Seit dem Jahr 2002 betreute die Pädagogin traumatisierte Kinder in der Heinrich-Böll-Schule in Frechen. Doch jetzt muss "Farbenspiel", wie sich die Aufarbeitungsarbeit der Kinder nennt, aus finanziellen Gründen eingestellt werden. Und das, obwohl beispielsweise durch sexuellen Missbrauch oder häuslicher Gewalt traumatisierte Kinder weiterhin Hilfe benötigen.

Zweimal wöchentlich beschäftigte sich die Therapeutin intensiv mit den Kindern. Durch spielerisches Entdecken der eigenen Gefühle und der eigenen Phantasie wurde es den Kindern im "Farbenspiel" möglich, das Medium Kunst als Instrument zu nutzen, um danach wieder motiviert am Unterricht teilnehmen zu können.

Angefangen hatte alles im Schuljahr 2002 / 2003. Damals wurde das Projekt von der Bezirksregierung unterstützt. Im Zuge von Sparmaßnahmen wurde jedoch der Geldhahn immer weiter zugedreht.

"Auch eine Patenschaft könnte helfen", erklärt Kirsten Stamer. Mit einem Beitrag von 1900 Euro wäre die Therapie eines Kindes für ein volles Jahr gesichert. Doch derzeit sieht es nicht danach aus. Der Förderverein der Schule hält es ebenfalls für besonders wichtig, dass das "Farbenspiel" auch weiterhin für die Kinder angeboten werden kann.

Am Mittwoch stellten die Kinder noch einmal ihre kleinen Kunstwerke in den Gängen der Schule aus. Auch Sarah(9) und Athina(11) sind dabei. In ihren Bildern hat Sarah sich eine Phantasiereise zum Zauberberg ausgedacht. Ihre Freundin Athina hat sich als lebensgroße Fee dargestellt.

Vorerst bleibt für die Kinder jedoch nur die Abschiedsfeier - bis sich vielleicht ein Sponsor bereit erklärt, die notwendige therapeutische Arbeit von Kirsten Stamer zu unterstützen. (wit)




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