Salzwiesen des Nordfriesischen Wattenmeeres 
ZOSTERA
Zwerg-, Schmalblättriges-, Gemeines (Echtes) Seegras
Z. noltii (nana), Z. angustifolia, Z. marina
Zosteraceae, Seegrasgewächse

Ausdauernd, Blütezeit VI - VIII (X)

Die Seegräser sind einige der wenigen Blütenpflanzen, die ständig untergetaucht im Meer vorkommen. Sie zählen keineswegs zu den Gräsern, sondern gehören in die Verwandtschaft von Süßwasserpflanzen (Laichkräuter, Wasserpest).

Im lagebeständigen Watt bildet das Zwergseegras mit seinen ca. 1 mm schmalen, dunkelgrünen Blättern stellenweise dichte Rasen aus, in 3 - 8 cm Tiefe. Es kann auch 2 - 3 Stunden trocken liegen. Die schmalen Blätter und die bis 8 cm tiefreichenden Wurzeln sorgen dafür, dass Z. noltii der mechanischen Belastung des Wellenschlages und der Gefahr des Austrocknens standhalten kann.

In einer Wassertiefe von 40 cm bis 3 m wächst das Gemeine Seegras. Drei Meter Tiefe unter Mittelniedrigwasser stellt wegen des Lichtmangels die Wachstumsgrenze dar, die nur bei klarem Wasser bis 10 m reichen kann. Da Wellen die gelblich grünen Blätter abreißen, wird die obere Grenze des Z. marina-Rasens durch die Niedrigwasserstände festgelegt. Die Pflanzen vertragen auch keinen Frost. Im trockenfallenden Watt wachsen daher in Pfützen nur die Pflanzen, die im Frühjahr aus Samen neu entstanden sind und meist einjährig bleiben. Insofern können alle Arten nicht nur unter der Niedrigwasserlinie, sondern auch auf trockenfallenden Flächen bis dicht ans Ufer vorkommen (s. Dagebüll-Hafen, nördliches Sandwatt).
 

Die Blüten des Seegrases sind in Ähren zweizeilig angeordnet. Ohne Hülle haben sie nur ein Staubblatt und nur ein Fruchtblatt. Die verzweigten Sprossachsen des Seegrases wachsen im Boden, nur die Laubblätter kommen einzeln hervor!
 
ZOSTERA noltii  angustifolia  marina
Blätter, Breite mm  1-2  2-3 (2) 4-9
Nerven  1(-3)  3-7
Länge cm  10-15 (60)  -60  15-30 (100)
Wachstum bis Tiefe m  10
Blütensprosse  unverzw.  verzweigt  verzweigt

Früher wurde das Seegras in großen Mengen geerntet und als Dünger und als Matratzenfüllstoff verwendet. Seine natürliche Bedeutung liegt in der Nährstoffversorgung des Watts, es stellt eine wichtige Äsung für nordische Gänse dar! EIGNER und Prokosch haben 1983 eine Kartierung der nordfriesischen Watten vorgenommen (s. Abb. unten).
Die Abb. zeigt die Seegraswiesen 1983. Die noch nicht untersuchten Bereiche sind gerastert. Neue Karten aus dem Umweltatlas Wattenmeer Band I zeigen für 1991 und 1994 deutlich geringere Bestände (Reise, Bock, Buhs: Seegräser, gefährdete Bestände).